Portrait
↑ Foto: Marvin Smith

Thomas Medicus (*1988) ist ein bildender Künstler mit Sitz in Innsbruck, Österreich. Er ist vor allem für seine anamorphen Würfel bekannt, arbeitet aber auch in anderen Bereichen wie Illustration, Animation, digitale Kunst, Glasmalerei, Restauration und Konservierung sowie Kunst im öffentlichen Raum. Er studierte Soziale Arbeit am MCI Innsbruck, bevor er die Glasfachschule Kramsach besuchte, wo er später den Titel zum Glasermeister erwarb. Neben seiner Tätigkeit als freischaffender Künstler war er sieben Jahre in der Tiroler Glasmalerei beschäftigt, bevor er 2021 in die Selbstständigkeit wechselte.


Erwähnungen

[Web] This Is Colossal [1] [2] [3] [4] [5] • Vimeo Staff Pick [1] [2] • Booooooom [1] [2] • Juxtapoz [1] [2]30 Millions d’AmisHi-FructoseDaily NousIgnant Art Insider • MuVi Best-of 2018Meisterstrasse • Homo Faber GuideAudubon • La boite verte • My Modern Met • Designboom [1] [2] [3]The Creators Project • Fubiz [1] [2] • Bigumigu [1] [2] [3] [4]Un Poco De TodoTrendlandArtribuneDesign You Trust • Laughing Squid [1] [2] [3] • Kraftfuttermischwerk5K HD Interview FM4NeatoramaPage • Mega Curioso • Gulf News • HypebeastGizmodo (…)


[Print] 20er Fachzeitschrift Glas • Kulturbericht 2016UND Heft [1] [2] [3] [4]TirolerinTirolerin Agenda • Les yeux brouillés • Tiroler Tageszeitung [1] [2] [3] [4] [5]Stadtblatt • 6020 Stadtmagazin • Style Biblio Vol2 • RTAMeisterstraße 3Sat


[TV] Tirol TVARD BuffetDW EuromaxxCNN Indonesia • 3Sat  ORF2 Zurück Zur NaturServus TV Heimatleuchten • ORF2 Österreich-Bild • Tirol Heute [1] [2] • LUXE.TV [1] [2] [3] [4] • Discovery Channel Canada


[Öffentliche Screenings, Kino] Cinema Next – Cinematograph Innsbruck, Das Kino SalzburgNgageMedia – Amsterdam, Rotterdam, Utrecht, EindhovenVente-Privee Paris


[Radio] FM4 Webtip • Talk Radio 702 Johannesburg • Radio Campus Bordeaux

Wissenschatliche Beiträge
Co-Publikationen
Interviews
Öffentliche Ankäufe und Förderungen
Ausstellungen / Installationen / Veranstaltungen

2023 Human Animal Binary, Glaszeit, Hungerburg Innsbruck

2023 Black Smoker, Schauhaus Innrain 21, Innsbruck

2023 Intercella, Drei Heiligen Gestalten, Innsbruck

2023 Charity art auction, Rotary Club Innsbruck-Alpin, Hofburg Innsbruck

2023 EBBE, Rathausgalerie, Innsbruck

2022 Human Animal Binary, Rapoldipark, Innsbruck

2022 Human Animal Binary, Landestheater Nebenplatz, Innsbruck

2022 EBBE, Talstation Kulturzentrum, Innsbruck

2022 EBBE, Galerie Plattform 6020, Innsbruck

2022 EBBE, Power Plant Mühlau, Innsbruck

2020 ITS Legacy Piece, Dubai

2020 Cone Eye – SOWI, Innsbruck

2020 Digital Prints – John Montagu – Innsbruck

2020 Digital Prints – Bäckerei Kulturbackstube – Innsbruck

2020 Best Before – Tivoli Kreisverkehr, Innsbruck

2019 Best Before – Waltherpark – Innsbruck

2019 Head Instructor – ACABAS Gallery – Leysin, Switzerland

2019 Best Before – Landhausplatz and Courtyard of Altes Landhaus, Innsbruck

2018 Glanzstücke – Zeitgenössische Glaskunst aus Österreich – Galerie der Stadt Traun

2018 Mut-Willig – Gegen-Licht – Wildwuchs – Haus der Begegnung, Innsbruck

2017 Cover Touch – Design Your INNS`BRUCK – Styleconception – Venice

2017 Nehmen Sie Platz! – Wildwuchs – Haus der Begegnung, Innsbruck

2017 404 Ort – 20 Jahre Literaturhaus am Inn – Waltherpark, Innsbruck

2017 Mut-Willig – Wildwuchs – Galerie Unterlechner, Schwaz

2016 Wildwuchs-Special – Infinity Black – Styleconception, Innsbruck

2016 Nehmen Sie Platz!  – Tiroler Landestheater Vorplatz, Innsbruck

2016 Amoeba – Tiroler Glasmalerei, Innsbruck

2016 Amoeba – Bäckerei Kulturbackstube, Innsbruck

2015 Föhnfest – Bäckerei Kulturbackstube, Innsbruck

2015 Schaufenster – Kabinettl, Wörgl
2015 Tummelplatz. Festspiel – Bäckerei Kulturbackstube, Innsbruck

2015 ART Messe – Tiroler Glasmalerei – Messehalle, Innsbruck

2015 Emulsifier – Bäckerei Kulturbackstube, Innsbruck
2014 Mythos Tier – Kunstverein Talstrasse e.V., Halle an der Saale
2014 Performance mit „Heads“ – Kunststraße, Imst
2014 Trans-Form – Wildwuchs – Haus der Begegnung, Innsbruck

2014 Huhn-Hut-Du – Bäckerei Kulturbackstube, Innsbruck

2013 a.möbius Projekt – Kooio, Innsbruck
2013 Premierentage – Wildwuchs – HTL-Galerie, Innsbruck
2012 An- und Einsichten – HTL-Galerie, Innsbruck
2011 Babylon, Vertikale Positionen – Wildwuchs – Münzerturm, Hall in Tirol
2011 Einzelausstellung – Integrationsbogen, Innsbruck
2010 Kunstsymposium – Wildwuchs – St. Magdalena, Halltal
(…)

Studio


STUDIO MEDICUS

Werkstatt für Kunstverglasung, Konservierung und Kulturprojekte
Dreiheiligenstraße 19, Stöcklgebäude
AT-6020 Insbruck

UID-NR: ATU74670545

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2023 - Decoder


Im sprachtheoretischen Ansatz der Performativität ist Sprache nicht nur ein Werkzeug zur Beschreibung der Welt, das entweder richtig oder falsch verwendet wird. Unumgänglich stellt sie Wirklichkeit her; immer bildet erst Kommunikation das Subjekt einer Gesellschaft.

Decoder ist eine Arbeit, die sich mit der Dekodierung und Kategorisierung einer beschreibungs-unabhängigen Außenwelt, aber in die andere Richtung auch mit der sprachlichen Programmierung einer Innenwelt - die ihrerseits ein Außen herstellt - beschäftigt. Wie absolut lassen sich diese beiden Außenwelten überhaupt voneinander unterscheiden?

Das Erkenntnisobjekt in dieser Anordnung ist ein in Beton gegossenes Stück Treibholz, ein hybrider Körper der sowohl an einen verblichenen Baumstamm, wie auch an ein Bruchstück eines abgerissenen Gebäudes erinnert. Was definiert nun dieses Objekt, seine baumartige, einst lebendige Oberfläche oder sein künstliches, betonernes Inneres?

Wie dieser Baum aus Stahlbeton stehen wir außerhalb der "Natur", ohne sie jemals wirklich verlassen zu können. Mithilfe von Kommunikation erzeugen wir unsere Gesellschaft aus uns selbst heraus, unser Sein und unser Tun bilden eine untrennbare Einheit (Autopoiesis). Wir sind Teil dieser Welt, der wir entsprungen sind.


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Decoder
2023 - Below The Surface Is Another Surface


Wer eine Oberfläche abträgt, trifft auf die nächste. Die Installation Below The Surface Is Another Surface beschäftigt sich mit Fragen von Inszenierung und Erkenntnis. Findet sich hinter der künstlichen Fassade ein Inneres oder blicken wir dort nur auf die nächste Oberfläche? Ist etwas verborgen hinter der Kunst oder ist sie, was sie ist? Bleibt Erkenntnis am Ende das immerwährende Abtragen der immer nächsten Schicht?

Der amerikanische Philosoph Thomas Nagel stellt dazu fest, dass unser subjektives Erleben, also die Erfahrung, wie es ist zu sein, letztlich nur erlebt werden kann. Da wissenschaftliche Erkenntnis per definitionem eine Außenperspektive einnehmen muss, ginge ihre Beschreibung dieser Bewusstseinsqualität, die unsere gesamte Wirklichkeit prägt, am Wesen der Sache vorbei.

"Below the Surface Is Another Surface" kreist um diese Themen: Die experimentelle Skulptur zeigt Schnittebenen eines Kopfes und einen dezent erkennbaren sternförmigen Körper. Die an MRT-Scans erinnernde Installation soll sichtbar machen, dass es verschiedene Wege gibt, in das Innere eines Menschen zu schauen, verschiedene Perspektiven, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Einerseits können wir durch Untersuchungen und Messungen beeindruckende Einblicke in das Innere eines Menschen gewinnen, andererseits bleibt die Erfahrung, wie es ist, dieser Mensch zu sein, diesen Methoden verschlossen.


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Below The Surface Is Another Surface
2022 - Human Animal Binary (Projekt-Beschreibung)

Der Diskurs um den Klimawandel ist nicht neu, er ist seit Jahrzehnten Inhalt wissenschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen. In der jüngeren Geschichte hat die Debatte um die problematischen Eingriffe der Menschen in die Natur an Dringlichkeit und Öffentlichkeit gewonnen und dabei beachtliche Erfolge erzielt. Dennoch war sie bis jetzt nicht in der Lage, eine Kehrtwende hervorzurufen. Längst ist das anthropozäne Zeitalter eingeläutet; schädliche Einflüsse des Menschen können auf dem gesamten Globus nachgewiesen werden. Doch mit der Klimakrise drohen nicht nur dramatische ökologische Verwerfungen, auch die Zuspitzung sozialer Konflikte geht mit ihr einher.
Wie kann der symbolische und diskursive Beitrag von Kunst angesichts des Ausmaßes dieser Bedrohung überhaupt aussehen? Gesellschaftliche Vorgänge werden stets von ihr kritisiert, kommentiert oder zumindest repräsentiert. Sie ist gewissermaßen eine Ausstülpung ihres eigenen geschichtlichen Kontextes, keiner der beiden Aspekte ist ohne den jeweils anderen vollständig lesbar.

Die anamorphe Skulptur mit vier detailreichen Bildern von Biene, Luchs, Eisvogel und Bachforelle ist zunächst eine niederschwellig konzipierte Intervention mit starker Erfahrungs-Dimension. Durch einen optischen Trick entsteht eine Synchronizität von Bild und Objekt: Die Tierdarstellungen sind nach einem bestimmten System über 144 Glasstreifen in einem würfelförmigen Raum ineinandergreifend verteilt. Dadurch zerfallen die zweidimensionalen Darstellungen beim Umrunden der Skulptur zu einem wolkenartigen Komplex von Bildfetzen und setzten sich wieder zusammen - wie ein stetiges Entstehen und Vergehen der Lebewesen.

Das Funktionsprinzip der Installation hat Thomas Medicus schon in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt. Gekoppelt mit den eigenwilligen Tier-Darstellungen erfüllt diese illusionshafte Technik in Human Animal Binary eine affizierende Aufgabe. Sie vermittelt die Unbegreiflichkeit des Lebens, auch wenn diese im nächsten Moment zu zerfallen droht. Die Brutalität der Umweltzerstörung wird kontrastierend zur überwältigenden Vielfalt und der eigenständigen Lebendigkeit der Natur deutlich.

Diese künstlerische Aufbereitung wird von je einem Text zur Biodiversitätskrise pro Bild und Seite begleitet. In ihnen spannt sich ausgehend von der jeweiligen Darstellung ein Bogen zu größeren ökologischen Zusammenhängen; darin wird die Verknüpfung lokal partikularer Phänomene und global universeller Prozesse zum Ausdruck gebracht.

Human Animal Binary ist in vielerlei Hinsicht eine Skulptur, die Dichotomisches miteinander verknüpft und auf diese Weise jenes „Dazwischen“ erzeugt, das ein Kunstwerk in einem diskursiven Raum verortet.

Der Titel Human Animal Binary sowie die Verwendung der industriellen Materialien Beton, Glas und Metall verweisen auf ein Dilemma, in dem sich ein Großteil der Menschheit befindet: Menschlicher Lebensraum wiederspricht weitgehend einer Koexistenz mit nicht-menschlichen Tieren. Damit die Kapazitätsgrenzen des Planeten nicht überschritten und so die Zerstörung unseres Lebensraumes verhindert wird, braucht es einen fundamentalen Kraftakt globaler Dimension.
Der auf große Bereiche des Planeten ausgeweitete menschliche Lebens-, Produktions- und Wirkungsraum basiert auf der Plünderung der „Natur“. Sie trifft - nicht zuletzt - uns selbst, die wir als weit entwickelte Lebewesen Teil der Natur und vollkommen vom Gelingen biologischer und ökologischer Prozesse abhängig sind. Klimakrise und Pandemie machen einmal mehr deutlich, dass unser Verständnis von „der Natur“ als etwas Anderem, uns Untergeordnetem zu bröckeln begonnen hat und die Erneuerung zivilisatorischer Grundfesten längst notwendig geworden ist.

Doch die künstlerische Intervention vermag es nicht dieses Dilemma aufzuheben; die Naturdarstellungen bleiben unter der Glashaube verhaftet.
Der Bau von Human Animal Binary hat ungefähr eine Tonne CO2 verursacht, für dessen Bindung eine ausgewachsene Fichte fünfzig Jahre benötigt. Höchstens zwei Tonnen des Treibhausgases dürfen pro Kopf und Jahr emittiert werden damit die menschliche Spezies klimaneutral wird. Dieser Grenzwert wird in Industriestaaten aktuell um ein Vielfaches überschritten.
Wäre es besser gewesen, Human Animal Binary ob dieses inkorporierten Widerspruches gar nicht erst herzustellen?

Die unzähligen Bildfragmente des Objektes wurden mithilfe der seit dem Mittelalter bestehenden Glasmalerei-Technik angefertigt: Farben werden in die Glasoberfläche eingebrannt und können trotz der Fragilität ihres Trägermaterials viele Jahrhunderte überdauern.
Eines Tages wird die Installation in einem anderen gesellschaftlichen Kontext stehen: als Mahnmal, das sich bewahrheitet hat oder als Relikt einer überwundenen Zeit.


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Human Animal Binary
2022 - Human Animal Binary (Vier Tiere)

Biene
Der Beitrag der Honigbiene zur Agrarwirtschaft und zum Fortbestand unzähliger Pflanzenarten ist enorm. Bedingt durch Schädlinge, Krankheiten, Pestizide und Luftverschmutzung kommt es immer wieder zum Sterben vieler Bienenvölker in verschiedenen Regionen der Welt. Ein gänzliches Verschwinden der Honigbiene hätte verheerende Folgen für unser gesamtes Ökosystem.

Bei uns ist besonders die Gefährdung verschiedener Wildbienenarten hervorzuheben, die durch ihre Spezialisierung auf bestimmte Pflanzenarten einen wichtigen Teil zur Erhaltung der Biodiversität auf Wiesen leisten. Doch durch Überdüngung ist die Pflanzenvielfalt bereits stark gesunken und damit Nahrungsquellen der Wildbienen und vieler anderer Insekten abhandengekommen.


Luchs
Luchse waren fast in ganz Europa verbreitet. Sie sind jedoch ab dem 20. Jahrhundert weitgehend verschwunden. Anstatt die ökologische Sinnhaftigkeit ins Zentrum der Jagd zu stellen, wurden sie oft nur wegen ihres Felles erlegt. Darüber hinaus stellte das Tier ein Problem in der Viehhaltung dar.

Da die scheue und größte Wildkatzenart Österreichs wenig wandert, geht ihre Wiederansiedlung sehr langsam voran und wird durch illegale Tötungen zusätzlich erschwert.

Weltweit macht der Mensch mit seinen Nutztieren über 90% der Biomasse aller existierenden Säugetiere aus. Nur eine kleine Minderheit lebt - wie der Luchs - in der Wildnis.


Bachforelle
Vielen Fischpopulationen in unseren Gewässern werden die Lebensräume Zusehens entzogen. Wasserkraftwerke, Flussverbauungen und die Wassererwärmung beschleunigen den drastischen Rückgang der Bestände. Mitbetroffen ist auch die Bachforelle, die bei uns stark gefährdet ist.

In internationaler Hinsicht ist vor allem die Überfischung der Meere ein brisantes Umwelt-Thema. Sie ist neben dem vom Menschen verursachten Schadstoffeintrag einer der Hauptgründe für die Ausrottung unzähliger Fischarten. Vielerorts erzeugt die Überfischung auch soziale Verwerfungen: Fischereibetriebe entziehen sich durch das unnachhaltige und profitgetriebene Vorgehen ihre eigene Lebensgrundlage.


Eisvogel
Die Verdrängung nicht-menschlicher Tierarten kann nur in einem größeren ökologischen Kontext verstanden werden. Da der heimische Eisvogel an fließenden Gewässern lebt und sich vor allem von Fischen und Insekten ernährt, ist er direkt vom Rückgang der Fischbestände und vom Insektensterben betroffen.

Wie viele seiner Artgenossen ist er besonders wegen der Zerstörung seines Lebensraums in Bedrängnis: Fast alle Flüsse und Bäche Europas sind verbaut oder reguliert, sowie Tümpel und Feuchtgebiete trockengelegt.

Menschliche Eingriffe in die Natur haben in den letzten 50 Jahren global zu einem mehr als 60%igen Rückgang wildlebender Tiere geführt.


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Human Animal Binary
2022 - EBBE


EBBE ist eine vormals ortsspezifische Installation für ein stillgelegtes Wasserkraftwerk in Innsbruck. Ziel des Projekts war es, Stromerzeugung sichtbar zu machen und damit das Bewusstsein für Themen wie Energieknappheit und Gewässerökologie zu schärfen.

Als weitgehend CO²-neutrale Form der Energieerzeugung mit guten Möglichkeiten zur Energiespeicherung ist die Wasserkraft in Zeiten des Klimawandels eine unverzichtbare Energiequelle. Dennoch wird die Wasserkraft vor allem wegen ihrer gravierenden Auswirkungen auf die Gewässerökologie kritisiert. Die Regulierung von Flüssen und deren Ausbau mit Kraftwerken hat der Artenvielfalt der Gewässer großen Schaden zugefügt.

Das Kraftwerk mit seiner imposanten Turbinenhalle steht unter Denkmalschutz. Da dieser Raum für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte, war es wichtig, eine Installation zu entwickeln, welche die historische Dimension des Gebäudes berücksichtigt, gleichzeitig aber eine starke eigenständige Qualität besitzt.

Der größte Teil der turbinenförmigen Installation besteht aus Spiegeln, die zwei Zwecke erfüllen:
Die Spiegel haben keine eigenständige Oberfläche, sondern nehmen das Aussehen ihrer Umgebung an. So trägt das Material zum ortsspezifischen Charakter der Installation bei.
Darüber hinaus verteilen die Spiegel bei Nacht wasserartige Reflexionen über die gesamte Halle hinweg. Das lebhafte Licht wird durch ein rotierendes geometrisches Glaselement aus Floatglas und blauem mundgeblasenen Echt-Anitkglas erzeugt, das in der Mitte der Installation hängt und von sechs LED-Strahlern beleuchtet wird.

Das Palindrom EBBE als Titel der Installation transportiert nicht nur den reflektierenden Charakter des Kunstwerks. Nach der Ebbe kommt bekanntlich die Flut: Die Installation macht sich diese Dichotomie zunutze und verwandelt das stagnierende Wasserkraftwerk in einen dynamischen Ort für Kunst und Kultur.


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EBBE
2021 - Optometrist


Das Auge als Grenzschicht zwischen der äußeren, uns umgebenden Welt und der inneren, wahrgenommenen Welt hat schon immer Raum für Reflexion geschaffen. Es ist ein Sinnbild für jene Selbstreferenzialität, aus der wir uns nie wirklich herauswinden können: Alles Wissen muss immer auf die eine oder andere Weise wahrgenommen und interpretiert werden. Auch wenn vieles darauf hindeutet, dass große Bereiche unserer Wirklichkeit beschreibbar sind, weicht die Beschreibung immer von der Sache selbst ab. Dies gilt insbesondere für unsere Wahrnehmung: Wie es ist sie zu erleben, bleibt der Erfahrung vorbehalten. Sie kann zwar auch beschrieben werden, aber das ist dann wieder die Beschreibung von etwas und nicht die Sache selbst. Vielleicht gelingt es der Kunst, dieses subjektive Erleben für andere greifbar, also intersubjektiv zu machen.

Die digitale Illustration ist eine Auftragsarbeit für das 150-jährige Jubiläum von Miller Optics.


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Optometrist
2020 - Cone Eye II


Die anamorphe Skulptur zeigt eine Schwarz-Weiß-Fotografie eines Auges, die auf der Innenfläche eines Kegels platziert ist. Basierend auf der Arbeit Cone Eye I aus dem Jahr 2019 wurde sie in einem größeren Maßstab nachgebildet, um im Glasüberbau eines Tiefgaragenzuganges aufgehängt zu werden. Damit ist das Objekt in einer trockenen, beleuchteten und begehbaren Vitrine im Zentrum der Stadt Innsbruck platziert, ohne anderweitig genutzten Stadtraum zu besetzen.

Cone Eye zielt aber nicht in erster Linie darauf ab, Fragen nach der Nutzung des öffentlichen Raums aufzuwerfen. In gewisser Weise kehrt die Installation den Prozess des Betrachtens um: Der Blick wird auf die sehende Person zurückgeworfen, sie wird in diesem Moment selbst Bestandteil der Installation. Damit verdichtet Cone Eye etwas das in jedem künstlerischen Werk steckt: Kunst wird gewissermaßen erst dadurch vollständig, dass sie wahrgenommen und gedacht wird. Das Kunstwerk ist damit untrennbar mit seinem Gegenüber verschränkt, es ist im Kern relational.


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Optometrist
2020 - What It Is Like to Be


What It Is Like to Be ist eine anamorphe Skulptur aus 144 handbemalten Glasstreifen. Das würfelförmige Objekt zeigt vier fragmentierte Bilder, die sich bei jeder 90°-Drehung neu zusammensetzen. Die Glasstreifen sind in einen Betonsockel gegossen, der in einer Holzschale sitzt und eine Länge von etwa 30 Zentimetern hat. Alle Fragmente wurden einzeln mit Acryllfarbe auf die Streifen gemalt.

Der Titel ist inspiriert von dem Aufsatz „What Is It Like to Be a Bat?“ des amerikanischen Philosophen Thomas Nagel. Darin stellt Nagel fest, dass unser subjektives Erleben, also die Erfahrung, wie es ist zu sein, letztlich nur erlebt werden kann. Da wissenschaftliche Erkenntnis per definitionem eine Außenperspektive einnehmen muss, ginge ihre Beschreibung dieser Bewusstseinsqualität, die unsere gesamte Wirklichkeit prägt, am Wesen der Sache vorbei.


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What It Is Like to Be
2019 - Best Before


Ein Kunstwerk beantwortet sich selbst [Text für UND-Heft #7]

Ursprünglich war das aus Beton gefertigte und heruntergekommene Redepult Best Before als dystopisch fiktives Relikt aus einer umfassend entdemokratisierten Gesellschaft, als kritischer Kommentar zum Verhältnis von Wirtschaft und Staat und als interaktive Installation gedacht. Interaktiv, weil durch deren Betreten ein spielerischer Rollenwechsel vom demokratischen Souverän zur Repräsentanz ebendieses stattfinden kann.
Einfacher gesagt, die Skulptur sollte dazu einladen, allgemein über Demokratie und den Zustand ebendieser nachzudenken. Die Kunstinstallation sollte die politische Rede zu dem machen, was sie im Kern ist, nämlich zu einer öffentlichen Sache und so zeigen, dass Demokratie überhaupt nur in einem ständigen Verhandlungsprozess über sich selbst heraus existieren kann. Es kam aber anders - und doch nicht.

Das Projekt wurde 2019 bei der Projektförderschiene TKI open eingereicht, die jährlich ausgeschrieben wird und mit Geldern des Landes Tirol dotiert ist. Die TKI - Tiroler Kulturinitiativen stellt dafür eine Fachjury zusammen, die in einer öffentlichen Jurysitzung alle Projekteinreichungen diskutiert. Die Ergebnisse dieses transparenten und inhaltsfokussierten Prozesses werden dann der Kulturabteilung des Landes zur Förderung vorgeschlagen, wo eine abschließende Überprüfung der Einreichungen vorgenommen und die Letztentscheidung getroffen wird.
Best Before wurde von der Jury der TKI ausgewählt, von der Landesrätin für Kultur bewilligt und vom Land Tirol finanziert.

Die ortsspezifische Intervention war für den Innsbrucker Landhausplatz konzipiert, was wegen der politischen Relevanz des Platzes und der Nähe zum Landhaus naheliegend und sinnvoll ist. Dies wurde so auch in der Projekteinreichung beschrieben.
Um die vielen Abläufe im öffentlichen Raum zu koordinieren, muss dieser verwaltet werden. Dies gilt auch für den Landhausplatz. Für die Abwicklung aller Vorgänge am Platz ist die Liegenschaftsverwaltung - eine Abteilung des Landes Tirol - zuständig. Mit der Absicht, einen geeigneten Zeitraum für die Aufstellung von Best Before zu finden wurde ein entsprechendes Ansuchen bei der Liegenschaftsverwaltung gestellt. Dieses wurde wegen der, durch das Projekt angeblich „gefährdeten Verkehrssicherheit" abgelehnt. Eine Begründung die verwundert, da der Platz weitläufig ist und die Skulptur eine Fläche von einem Quadratmeter in Anspruch nimmt. Die Aufstellung eines, aus dem Kulturbudget des Landes Tirol finanzierten Projektes, wurde also von ebendiesem, nämlich dem Land Tirol nicht zugelassen.

In unzähligen darauffolgenden Gesprächen mit verschiedenen Personen aus Justiziariat, Liegenschaftsverwaltung und Kulturabteilung wurden viele Gründe für eine Absage genannt, von denen keiner schlüssig erklärt werden konnte. Es wurde zu verstehen gegeben, dass der Platz für Kunst tabu sei und die Skulptur am Landhausplatz nichts verloren habe.
Nach mühsamen Verhandlungen wurden dann zunächst drei Wochen für die Aufstellung der Skulptur am Landhausplatz mündlich zugesagt, aus denen schließlich drei Tage im hinteren Bereich des Platzes wurden.
Die Liegenschaftsverwaltung bot jedoch an, das Objekt für einen Monat vor die Georgskapelle zu stellen, also in den halb-öffentlichen Innenhof des Landhauses. Die Skulptur hatte dadurch zwar ihren Weg in das politische Herz des Landes direkt vor den Tiroler Landtag gefunden, doch war sie dort - vom Landhaus gewissermaßen geschluckt - an einem für die Öffentlichkeit weitgehend versteckten Ort.

Zum Glück fand Best Before noch andere, nicht vom Land verwaltete Aufstellungsorte wie den Platz neben dem Landesmuseum und den Waltherpark. Darüber hinaus wurde die Geschichte um die Bewilligung sowohl von der Tiroler Tageszeitung als auch vom Stadtblatt aufgegriffen. Damit fand dieses Beispiel für intransparentes Vorgehen der Verwaltung in der Öffentlichkeit Gehör und ein, über das Projekt hinausweisendes Interesse an Verwaltungstransparenz wurde erkennbar.
Durch die Bewilligungsvorgänge von Best Before wurde gewissermaßen das sichtbar, wonach das Projekt ursprünglich fragte: Die Demokratie bröckelt, wenn die Auseinandersetzung um sie nicht öffentlich stattfindet, wenn intransparente Vorgänge die Bevölkerung oder Teile von ihr ausschließen, wenn die Umsetzung demokratiepolitisch transparenter Entscheidungen durch die Verwaltung behindert und unmöglich gemacht wird.
Ein Schritt, der politischen Willen zum Ausdruck bringen würde, wäre ein offener Diskussionsprozess mit dem Ziel, transparente Bedingungen für Kunstprojekte am Landhausplatz zu schaffen.


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Best Before
2017 - 404 Ort


Textblöcke von Martin Fritz

schaut nach OST
Laut Amt dreihundersechzig Grad
ohne Markt der Hallenwürfel dort
Brenner liegt zwei Zeilen weiter
Faksimiles auch hier gegen Geist

schaut nach SÜD
raus Berg hinter Stift und Stufe
einträchtig arbeiten die Rotoren
mein Fleiß im Plural keine Tanne
draußen horten sie sowie wurzelt

schaut nach WEST
spiegelt das was heute schwefeln
per Santers Haus zwischen Emojis
alle zu Ende der liegt gegenüber
nur die Flieger schweigen golden

schaut nach NORD
nur mehr Regalen verunsichtbaren
unbedingt Bilder nicht berührend
nicht Licht nicht Archiv bis ich
ganze Kategorien ablöse beim Use


Projektbeschreibung

Die anamorphe Skulptur wurde in Zusammenarbeit mit dem Autor, Literaturwissenschaftler und Theatermacher Martin Fritz anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Literaturhauses am Inn realisiert. Sie ist inspiriert vom Blick in die vier Himmelsrichtungen vom Literaturhaus am Inn aus. Die entstandenen Texte sind als Fragmente so auf 144 Glasstreifen aufgebracht und im Raum angeordnet, dass sie sich beim Umrunden der Installation immerwährend auflösen und wieder zusammensetzen.

404 Ort wurde nach der Realisierung im Waltherpark Innsbruck öffentlich ausgestellt. Durch diese räumliche Verlagerung der ursprünglich an einen bestimmten Ort geknüpften Skulptur - vom Literaturhaus am Inn zum Waltherpark - wird ein Paradoxon geschaffen, das durch den scheinbar flüchtigen Charakter der Installation widergegeben wird. Da die ortsspezifischen Texte also vom Literaturhaus aus, mit dem Blick in alle vier Himmelrichtungen verfasst wurden, wird durch sie ein exakter Punkt - nämlich das Literaturhaus - definiert. Der durch ständige Selbst-Auflösung charakterisierte anamorphe Würfel versinnbildlicht die Unmöglichkeit eine Koordinate zu verschieben, ohne dass es eine andere wird.

Der Titel 404 Ort meint einerseits die vier vierzeiligen Textteile und ihre (un-)sichtbaren Zwischenräume (bzw. Durch- und Ausblicke), andererseits steht der Fehlercode „404 Not found“ bekanntermaßen im www für einen toten Link, also einen leeren Verweis, eine Ressource, auf die zwar verwiesen wird, die aber nicht gefunden werden kann.


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404 Ort
2016 - Nehmen Sie Platz!


Im verdichteten urbanen Raum kommt es immer wieder zu kontrovers geführten Debatten darüber, wer die Stadt wie nutzen darf. Dabei fällt die große Akzeptanz in der Bevölkerung gegenüber einer Politik der Abschottung und Ausgrenzung auf. Auf lokaler Ebene wird das zum Beispiel im Zusammenhang mit Schlaf- und Bettelverbotszonen oder bei der Unterbringung von Geflüchteten deutlich. Verdrängung findet aber auch dann statt, wenn Menschen durch steigende Mietpreise aus dem Zentrum in die Peripherie abwandern müssen oder Räume ohne Konsum-Zwang für Jugendliche weniger werden.

Im politischen Diskurs gibt es Stimmen, die diese an den Rand gedrängten Menschen und Gruppen gegeneinander ausspielen, eine Gruppe also für die Verdrängung einer anderen verantwortlich machen. Angesichts der mangelnden gesellschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten für marginalisierte Gruppen, ist diese Argumentation jedoch widersprüchlich und eine Abwälzung von Verantwortung.
Verantwortung kann nur dort eingefordert werden, wo Macht vorhanden ist. Sie liegt nicht nur in den Händen der politischen Entscheidungstragenden, sondern entsteht auch, teilweise losgelöst von demokratiepolitischen Mechanismen, durch die Akkumulation von Einkommen und Vermögen.

Die Kunstinstallation „Nehmen Sie Platz!“ charakterisiert die massive Ungleichverteilung von Macht und Ressourcen als primäre gesellschaftliche Ursache für Abschottungsphänomene. Analog zur feministischen Metapher der gläsernen Decke, tragen diese strukturellen (und infrastrukturellen) Barrieren zur Stabilisierung einer Hierarchie bei, die der Idee der Chancengleichheit für alle entgegensteht.

Die Intervention macht diese unsichtbaren Grenzen wahrnehmbar und will dazu ermutigen, in der Diskussion einen kritischen Standpunkt einzunehmen. Sie präsentiert den frei zugänglichen, öffentlichen Raum als hohes Gut und offenbart dabei eine Dystopie, in welcher die Parkbank als Platz und Symbol der Teilhabe am urbanen Geschehen nur mehr als unzugängliches und museales Ausstellungsstück in einer Vitrine existiert.


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Take a Seat, Make a Stand!
2015 - 100% Mirror


Das Pseudo-Gütesiegel mit der Aufschrift „THIS MIRROR IS – APPROVED – 100% OBJECTIVE“ ("Dieser Spiegel ist - erwiesen - 100% objektiv") lenkt die Aufmerksamkeit auf den Spiegel als solchen. Obwohl er mit seiner perfekt glatten Oberfläche ein objektiver Reflektor des Lichts ist, spielt die subjektive Wahrnehmung bei seiner Verwendung eine entscheidende Rolle.
Gewissermaßen kann der Spiegel als Sinnbild für ein erkenntnistheoretisches Grundproblem gesehen werden: Er zeigt eine Außenansicht von uns, während wir nur aus unserer Innenperspektive wahrnehmen können.


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100% Mirror
2015 - Emergence Lab


Durch ein Stecksystem aus 216 lasergeschnittenen Acrylglasstreifen wird ein transparentes kubisches Grundgerüst erzeugt. Auf den Flächen dieses Grundgerüstes sind unzählige Bildfragmente aufgemalt, die sich von sechs orthogonal zueinanderstehenden Blickrichtungen zu sechs unterschiedlichen Bildern zusammensetzen.
Um störende Spiegelungen innerhalb der Streifen zu vermeiden und das Aussehen eines massiven Glasobjekts zu erzeugen, schwimmt die Skulptur in einem speziellen Silikonöl, das den gleichen Brechungsindex wie Acrylglas besitzt.

Ihr Titel bezieht sich auf ein Phänomen namens Emergenz. Emergenz meint Eigenschaften die beim Zusammenspiel aus den Teilen eines Systems entstehen, ohne dass diese Eigenschaften in seinen Teilen vorkommen.
Vordergründig imitiert das Emergence Lab dieses Phänomen: Durch die Reorganisation der Bildfragmente entsteht das jeweilige Bild als neue Eigenschaft, die aus der zuvor schon sichtbaren Anhäufung der Bildfragmente kaum erahnt werden kann.
Doch die Emergenz des Emergence Lab ist vor allem auf einer tieferliegenden Ebene zu finden: Durch das Zusammenspiel objektivierbarer Bestandteile wie Optik, Materialphysik und Technik-Planung entsteht ein Kunstwerk das als solches nicht mehr auf seine physikalischen Bestandteile reduziert werden kann.

Kunst ganz allgemein kann dadurch widerspruchsfrei neben den Naturwissenschaften bestehen, als etwas Physisches dessen subjektive Bedeutung nicht in seinen physikalischen Teilen zu finden ist.


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Emergence Lab
2014 - *** this!


In der Serie *** this! werden uneindeutig gestischen Zeichnungen unterschiedliche Handlungsaufforderungen zugeordnet. Sie zielen meist darauf ab, das Gezeichnete auf die eine oder andere Weise weiterzudenken: beschreibend, kategorisierend, rationalisierend.

Die schnellen Skizzen loten aus, wie Kunst mithilfe von Sprache überhaupt beschrieben und definiert werden kann. Im Versuch, der gelesenen Aufforderung nachzukommen, zeigt sich, dass jede analytische Übersetzung künstlerischen Ausdrucks diesen nicht allumfänglich beschreibt.

Die Art des Interpretierens und Verstehens wird als Aufforderung auf den Bildern vorgegeben; so wird etwas vorweggenommen, das eigentlich außerhalb des Bildes stattfindet: Kunst wird gewissermaßen erst dadurch vollständig, dass sie wahrgenommen und gedacht wird. Sie ist damit untrennbar mit ihrem Gegenüber verschränkt, sie ist im Kern relational.


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this