Anamorpher Würfel

Emergence Lab



Durch ein Stecksystem aus 216 lasergeschnittenen Acrylglasstreifen wird ein transparentes kubisches Grundgerüst erzeugt. Auf den Flächen dieses Grundgerüstes sind unzählige Bildfragmente aufgemalt, die sich von sechs orthogonal zueinanderstehenden Blickrichtungen zu sechs unterschiedlichen Bildern zusammensetzen.
Um störende Spiegelungen innerhalb der Streifen zu vermeiden und das Aussehen eines massiven Glasobjekts zu erzeugen, schwimmt die Skulptur in einem speziellen Silikonöl, das den gleichen Brechungsindex wie Acrylglas besitzt.

Ihr Titel bezieht sich auf ein Phänomen namens Emergenz. Emergenz meint Eigenschaften die beim Zusammenspiel aus den Teilen eines Systems entstehen, ohne dass diese Eigenschaften in seinen Teilen vorkommen.
Vordergründig imitiert das Emergence Lab dieses Phänomen: Durch die Reorganisation der Bildfragmente entsteht das jeweilige Bild als neue Eigenschaft, die aus der zuvor schon sichtbaren Anhäufung der Bildfragmente kaum erahnt werden kann.
Doch die Emergenz des Emergence Lab ist vor allem auf einer tieferliegenden Ebene zu finden: Durch das Zusammenspiel objektivierbarer Bestandteile wie Optik, Materialphysik und Technik-Planung entsteht ein Kunstwerk das als solches nicht mehr auf seine physikalischen Bestandteile reduziert werden kann.

Kunst ganz allgemein kann dadurch widerspruchsfrei neben den Naturwissenschaften bestehen, als etwas Physisches dessen subjektive Bedeutung nicht in seinen physikalischen Teilen zu finden ist.

Jahr: 2015
Materialien: Acrylfarben, lasergeschnittenes Acrylglas, Silikonöl

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