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Beton-Guss

Decoder



Im sprachtheoretischen Ansatz der Performativität ist Sprache nicht nur ein Werkzeug zur Beschreibung der Welt, das entweder richtig oder falsch verwendet wird. Unumgänglich stellt sie Wirklichkeit her; immer bildet erst Kommunikation das Subjekt einer Gesellschaft.

Decoder ist eine Arbeit, die sich mit der Dekodierung und Kategorisierung einer beschreibungs-unabhängigen Außenwelt, aber in die andere Richtung auch mit der sprachlichen Programmierung einer Innenwelt - die ihrerseits ein Außen herstellt - beschäftigt. Wie absolut lassen sich diese beiden Außenwelten überhaupt voneinander unterscheiden?

Das Erkenntnisobjekt in dieser Anordnung ist ein in Beton gegossenes Stück Treibholz, ein hybrider Körper der sowohl an einen verblichenen Baumstamm, wie auch an ein Bruchstück eines abgerissenen Gebäudes erinnert. Was definiert nun dieses Objekt, seine baumartige, einst lebendige Oberfläche oder sein künstliches, betonernes Inneres?

Wie dieser Baum aus Stahlbeton stehen wir außerhalb der "Natur", ohne sie jemals wirklich verlassen zu können. Mithilfe von Kommunikation erzeugen wir unsere Gesellschaft aus uns selbst heraus, unser Sein und unser Tun bilden eine untrennbare Einheit (Autopoiesis). Wir sind Teil dieser Welt, der wir entsprungen sind.

Materialien: Beton-Guss, Kabel, mundgeblasenes Echt-Antik-Glas, Büroschrank
Abmessungen: (LxBxH) ~ 51 x 35 x 95 cm
Jahr: 2023

(Der Betonabguss des Holzstücks war ursprünglich eine unabhängige Arbeit mit dem Titel Ryan Frost).

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